Kunst, Musik und Gastronomie unter einem Dach
 

Donnerstag 04.05.2016 - 19.00 Uhr - Vernissage zur neuen Ausstellung

In einer Gemeinschaftsausstellung präsentieren acht Kleinostheimer Künstler im Mai und Juni die Vielfalt ihres künstlerischen Ausdrucks.

Stefanie
Wenzel arbeitet stark intuitiv. Ihre Bilder entstehen frei fließend, wobeisich Formen zu Gebilden vereinigen, die für sich selbst sprechen. Der Kreis, der die Mitte einiger Bilder symbolisiert, zeigt die Urkraft, die Unendlichkeit, Tiefe und Macht.
Kohle, Kreide, Aquarell , Pigmente und selbst erstellte Farben aus der Natur geben ihren Bildern einen intensiven fließenden Ausdruck. Daneben formt sie einzigartige Kunstwerke aus Metall, die für sich selbst wirken oder eine Art „Bekleider“, also Dekorationen für Bilder, Türen und Fenster sind.

Karl-Heinz Tantscher ist geborener Steirer. Erste Kontakte mit Holzschnittarbeiten hatte er bereits während der Schulzeit im Alter von 10 Jahren. Während seines Studiums zum Dipl, Kaufmann in Frankfurt erfolgten dann die ersten Veröffentlichungen seiner künstlerischen Arbeiten mit Holzschnittmotiven (2008 und 2009). Seit 2013 präsentiert er seine Werke regelmäßig in Ausstellungen im Landkreis Aschaffenburg und Miltenberg sowie in der Kunsthandlung Wolpert in Aschaffenburg.
Im Hofgut zeigt Karl-Heinz Tantscher Werke zur „Haptischen Malerei“ aus Holz. Bei der Umsetzung wurden dabei auch Kleinteile aus dem Baumarkt verwendet. Die so entstandene Plastizität soll das Auge (anschauen) und die Hand (anfassen) ansprechen.

Barbara Brenneis wurde 1964 in Aschaffenburg geboren und gilt seit über 20 J
ahren in ganz Deutschland als anerkannte Künstlerin.
Eine naturnah erlebte Kindheit brachte frühes Interesse für das Material Holz. Konsequent folgte dem Abitur eine dreijährige Lehre zur Holzbild-hauerin bei Theo Schäffer in Aschaffenburg, die auch Raum für die Auseinandersetzung mit freier Kunst gab. Der Abschluß mit der Gesellenprüfung 1987 bestätigt den Erwerb handwerklichen Rüstzeugs. Seit Beendigung der Lehre arbeitet sie als freischaffende Bildhauerin.
Ihre mehr als zweijährige Teilnahme an der Ateliergemeinschaft der Künstler im Alten Krankenhaus in Aschaffenburg von 1994 bis 1996 festigt durch intensive Auseinandersetzung auch mit anderen Techniken und Materialien letztlich den ihr eigenen Stil.
Figuren entstehen im Dialog mit dem Holz. Wuchs und Form arbeitet sie ein, macht sie zu Elementen
der Skulptur. Farben wie Kreiden, Kasein- und Wasserfarben sowie Farbpigmente, benutzt sie als eine weitere Möglichkeit, die Charakteristika ihrer Objekte zu betonen. Wer nah hinsieht, entdeckt die feine Gitterschraffur und die geraden, schwarz ausgemalten Linien, die den Frauenköpfen von Barbara Brenneis-März Kontur geben. Die Physiognomien spiegeln in ihrer Ausdruckskraft eine Vielfalt von Emotionen.
„Ihre Kunst steht somit für eine Synthese zwischen Mensch und Natur, zwischen gegenständlicher Kunst und Abstraktion. Die Herausforderung an die Betrachter besteht darin, diese zu erkennen und die einzelnen Metamorphosen nachzuvollziehen, um schließlich in die der Künstlerin ganz eigene, individuelle und poetische Welt der Dinge vorzudringen.“ (Rebekka Fuchs: „Barbara Brenneis-März: Der Mensch als Kunstobjekt - Synthese zwischen Natur und Abstraktion“)

Rolf Gebhardt
beendete vor einigen Jahren seine Laufbahn als Professor für Städtebau und begann er, sich mit Holzarbeiten zu befassen.
Seine Kunst wird nachvollziehbar, wenn man sie in den Kontext seiner Arbeit stellt. Für einen Bildhauer ist ein architektonischer Hintergrund von gewisser Bedeutung, denn seine Arbeiten knüpfen an die Fähigkeit an, bestehenden Formen, Materialien und Farben Schönheit zu verleihen. So sind z.B. die Gebhardtschen „Stadtbausteine“ ein variables Puzzle und gleichzeitig eine Reminiszenz an seine Arbeit als Stadtplaner und Architekt.
In Rolf Gebhardts Skulpturen spiegeln sich Emotionen wie Freude, Zuneigung, Innigkeit, Schmerz, Ekstase. Aus massiven Holzstämmen erweckt er mit der Kettensäge diese Gefühle zum Leben. Der entstehenden Figur liegt stets eine Idee zugrunde. Diese skizziert Rolf Gebhardt zunächst von allen Seiten, um ihre Dreidimensionalität zu erfassen. Dann wählt er das zur Umsetzung geeignete Holzstück aus. Die vordergründig grob gehauenen, schartigen Figuren erfordern eine sensible Schnittführung. Zur Verstärkung der emotionalen Wirkung setzt Rolf Gebhardt gelegentlich monochrome Farbeffekte ein.
Die ausgestellten Skulpturen vermitteln einen kleinen Einblick in Rolf Gebhardts künstlerische Tätigkeit. Viel Zeit widmet er neben der Gestaltung sparsam kolorierter Holzreliefs zeichnerischen Darstellungsformen.

Heike Dubis wurde 1966 in Aschaffenburg geboren und arbeitet nun seit 13 Jahren als freischaffende bildende Künstlerin im eigenen Atelier in Kleinostheim. Durch zahlreiche Studienreisen, Workshops und Kurse bei international renommierten Künstlern entwickelte sie ihr künstlerisches Talent weiter und fand zu ihrem eigenen Ausdruck und Malstil. Ihre Kunstwerke zeugen von großer Experimentierfreudigkeit und Leidenschaft. Die Künstlerin arbeitet mit Pigmenten, Airbrushfarben, Lacken, unterschiedlichen Spachtelmassen und vielen anderen Materialien. So entstehen Ihrer Stimmung und Emotionen entsprechend immer neue und auch sehr unterschiedliche Motive. Der Schwerpunkt Ihrer Arbeiten liegt bei der abstrakten expressiven Malerei. Die Eigendynamik ist im Entstehungsprozess geheimnisvoll und so entstehen unvorhergesehene intuitive Bilder. Seit 2005 zeigt Heike Dubis ihre Arbeiten bei Einzel- und Gruppenausstellungen.

Dre
h - und Angelpunkt im Leben von Katrin Pillon war seit jeher die Kunst. So absolvierte sie nach dem Abitur eine hochqualifizierte Ausbildung in der Restaurierung von Gemälden und Skulpturen und studierte gleichzeitig Kunstgeschichte an der Universität Zürich. Nach einer Tätigkeit am Schweizerischen Landesmuseum Zürich erhielt sie ein Stipendium in Florenz. Es folgte ein Studienaufenthalt in New York sowie, ein weiteres Stipendium zur Spezialisierung in Wandmalerei in Rom. Das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft (SIK) holte sie anschließend als Chefrestauratorin zurück.
Dank ihrer Spezialisierung wurde Katrin Pillon dann von der UNESCO beauftragt, als Gastdozentin am Latin American Center for Study of Conservation and Restauration of Culturell Property in Mexico-City zu unterrichten.
Nach diesem Engagement erfolgte die Berufung als Dozentin an die Accademia Ligustica di Belle Arti di Genova, wo sie zehn Jahre blieb, bis sie aus familiären Gründen zurück nach Deutschland ging. Seither arbeitet sie freiberuflich in ihrem Atelier für Restaurierung von Gemälden und Skulpturen für Museen, die Denkmalpflege und Kunstsammler.
Der intensive Kontakt mit Kunstwerken genialer Meister, die Kenntnis und der Respekt vor der künstlerischen Hochleistung und Qualität, waren wohl ein Grund, weshalb sich Katrin Pillon erst nach langem Zögern 1995 auf das Wagnis eingelassen hat, ihre eigene Kreativität zu verwirklichen. Auf der Basis ihres technischen Könnens entwickelte sie abseits vom Mainstream ihren persönlichen Stil, um ihre Ideenwelt zum Ausdruck zu bringen.
Eines ihrer Ziele ist es, den Betrachter in eine zwar surreale aber doch erkennbare Welt zu entführen. Es geht um Themen wie Mikro - und Makrokosmos, Naturgewalt, Dimensionen, Kreisläufe und Spiegelungen, Verbindungen, Chaos - und nicht zuletzt die Kreatur. Man taucht in Welten ein, die man begehen und erfahren kann.

Die Ausstellung dauert bis zum 30.06.2017 und ist jeweils geöffnet:
donnerstags, freitags, samstags ab 18.00 Uhr und sonn- und feiertags ab 17.00 Uhr