Kunst, Musik und Gastronomie unter einem Dach

Die Galerie im Hofgut

Am 28. Mai 1998, war es endlich so weit. Gerd Lüder, der seit seiner frühen Jugend der Kunst verfallene Landwirt aus Schweinheim, verwirklichte seinen Traum und eröffnete an diesem Tag die Galerie im Hofgut in Aschaffenburg. In jahrelanger Arbeit hatte er in Eigenregie als Architekt, Baumeister und Maurer die ehemaligen Schweine- und Pferdeställe zu einem reizvollen Ausstellungsprojekt aus- und umgebaut. Zwei großzügige, dem Stil des gesamten Anwesens entsprechenden Räume standen nun der Kunst zur Verfügung und harrten der Dinge, die da kommen sollten.

Den Auftakt bildete am 28. Mai 1998 die Elisabeth Dering Gedächtnisausstellung. Gerd Lüder, ein Verehrer und persönlicher Freund der verstorbenen Künstlerin, setzte hiermit das Signal, daß seine Galerie vor allem auch der lokalen Kunstszene offen stehen sollte. Ohne Zweifel haben die vergangenen Jahre dem Galeristen Recht gegeben. Zeigten sie doch, welches nahezu unerschöpfliche Potential an Künstlern und welche Vielfalt an Stilrichtungen, Materialien und Objekten allein im Raum Aschaffenburg vorhanden ist. So reihten sich in den beiden letzten Jahren in dichter Folge z.T. auch überregional bekannte Namen wie Supernock, Bari, Gennadij Gorbatyi, Sina Hoffmann oder Wladimir Schelechow mühelos ein in die Riege eher lokaler aber nicht weniger fähiger Künstler wie Günter Schmidt, Leonie Simmerl, Rosi Raub, Gebhard Hepp, Hilde Keller, Anny Weber, Elfriede Schrimpf, Peter Imgrund, Wera Schröner und viele andere mehr.

Vor allem aber besteht offensichtlich Bedarf an einer Galerie, die es erlaubt, Kunst sozusagen zum Anfassen zu präsentieren. In der Galerie im Hofgut versteckt die Kunst sich nicht hinter dicken Museumsmauern oder einer kostspieligen Fassade. Hier erwartet den Besucher kein Ehrfurcht heischender Kunsttempel, sondern offene Türen, eine lockere Atmosphäre und die Gelegenheit, die ausstellenden Künstler vor Ort zu treffen und das nicht nur zur jeweiligen Vernissage, sondern zu allen Zeiten, in denen die Galerie geöffnet ist.

Die Visionen, die Gerd Lüder für seine Galerie und seinen Hof hat, gehen aber noch weiter und umfassen die Integration von künstlerischer Arbeit, Ausstellung und gastwirtschaftlichem Treiben unter einem Dach. Zum Teil sind diese Ideen bereits umgesetzt, wenn in den Sommermonaten im Rahmen des „Schweinheimer Kunstgarten“ nicht nur die Galerie, sondern das gesamte malerische Anwesen mit seinen reizvollen Innenhöfen und der privaten Parkanlage zur Ausstellungsfläche wird. Umgeben von Skulpturen aus Stein, Metall oder Holz, genießen die Gäste im Schatten einer alten Kastanie die Schmankerl aus Küche und Keller. Der Künstler, der für die nächsten drei bis vier Wochen hier sein artistisches Domizil aufgeschlagen hat, greift dann vielleicht zu Pinsel und Malblock oder läßt vor den Augen der Gäste eine Skulptur aus dem rohen Stein entstehen. Und oft findet sich noch der eine oder andere Musikus ein, der spontan für musikalische Untermalung sorgt. Kein Wunder also, daß das Hofgut in Unterschweinheim zum Anziehungspunkt wurde für Jung und Alt, für die Kunstbeflissenen ebenso wie für die, die nur ihren Schoppen trinken wollen.

Für Gerd Lüder ist die kreative Kraft der Kunst nahezu grenzenlos. Daher läßt er sich und seine Galerie auch nicht auf eine Stilrichtung festlegen. Gerade diese Vielseitigkeit und die Offenheit, mit der hier mit Kunst in ihren verschiedenen Formen umgegangen wird, fasziniert Besucher und ausstellende Künstler gleichermaßen. Dies erklärt auch, daß die Galerie im Hofgut in Künstlerkreisen weit über Aschaffenburgs Grenzen hinaus bekannt ist.

Einen Eindruck von der Galerie und den Ausstellungen erhalten Sie unter "Archiv-Ausstellungen"; Ansichten vom Schweinheimer Kunstgarten finden Sie im Fotoalbum