Wie alles begann

Geschichte und Entwicklung des Hofguts in Schweinheim
Anton Völker, der Pfuhl Völker
Ältere Scheimheimer erinnern sich vielleicht noch an den Pfuhl Völker - oder haben zumindest von ihm gehört - war er doch mit mit seiner Landwirtschaft, der Schäferei und vor allem der Latrinenreinigung auch bis in die Stadtgrenzen Aschaffenburgs bekannt und tätig.

Als Anton Völker 1948 verstarb und da sein Sohn Heinrich  1945 als vermisst erklärt worden war, übernahmen seine Tochter Rita und ihr Mann Ewald Lüder den Hof. Ewald Lüder, der als junger Offizier nach Aschaffenburg bzw. Schweinheim kam, integrierte sich hier schnell, spielte Handball beim TV Schweinheim, wurde Vorsitzender des Bauernverbandes und betrachtete sich trotz seines norddeutschen Ursprungs nun als „Schwoiher“.

Als Rita Lüder 1979 im Alter von nur 59 Jahren verstarb und ihr Mann sich zwei Jahre später ins Privatleben zurückzog, bewirtschaftet zunächst ihr Sohn, Gerd Lüder, den Hof. Im Jahr 1984 erwarb Gerd Lüder dann das gesamte Anwesen, um es mit Achtung vor gewachsenen Strukturen und Tradition sowie großem Stilgefühl aber auch weitreichenden Visionen zu verändern und zu dem zu machen, was das Hofgut heute ist.
Gerd Lüder Inhaber des Hofgut Unterschweinheim

Zunächst baute Gerd Lüder die zur Straße gelegenen Wohnräume des Völkerschen Teils um und aus und eröffnete im Oktober 1984 die Weinstube „Gutsschänke“.

Nachdem er die Schweinemast aufge-

geben hatte baute Gerd Lüder die nun stillgelegte Stallseite mit den darüber liegenden Heu- Stroh und Getreidespeichern ab 1990 stetig und überwiegend in Eigenarbeit aus und um. Aus dem ehemaligen Schweinestall wurden eine Kunstgalerie und ein großer „Partyraum“ für Gesellschaften. Darüber liegen heute Büros, Tagungsräume und zwei Wohnapartments.


Auch der Gastronomieteil wurde weiter ausgebaut und vor allem durch einen malerischen Innenhof mit Außengastronomie ergänzt. Gäste schätzen diesen Platz als einen der schönsten Biergärten Aschaffenburgs, der durch seine geschützte Lage lauschige Sommerarbende erlaubt. 

Mit der Eröffnung der Galerie vor rund zwanzig Jahren (1998) erfüllte sich Gerd Lüder, der schon in seiner Jugendzeit Bilder von Aschaffenburger Malern wie Dering, Bruder, Mosora von seinem Taschegeld abgestottert hatte, einen Jugendtraum und brachte eine kulturelle Bereicherung nach Schweinheim

Die seitdem ständig wechselnden Ausstellungen zum Teil auch internationaler Künstler haben die Galerie und das Hofgut Unterschweinheim überregional bekannt gemacht. Rund zehn Jahre lang galt der „Schweinheimer Kunstgarten“, der 2005 erstmals stattfand, als Pionier der Open Air Ausstellungen bei der Kunst zum Anfassen auch in der weitläufigen Parkanlage des Hofgutes die Besucher begeisterte.  Zum regelmäßigen Programm, gehören heute auch der Kunsthandwerkermarkt am Palmsonntag und der Weihnachtsmarkt der Schweinheimer Hobby-Künstler.

Aber nicht nur die bildende Kunst hat Einzug im Hofgut genommen. Auch Musikern bietet Gerd Lüder auf seinem Anwesen ganzjährig ein Forum und fördert gerade auch junge Gruppen. Schon traditionell ist der Jazz an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat. Und für Freunde anderer Unterhaltung gibt es mal französische Chansons, mal Irish Folk oder Rock und Swing und auch Theateraufführungen stehen auf dem Programm. Alljährlich Ende Juli veranstaltet Gerd Lüder zusammen mit zahlreichen Musikern ein Benefizkonzert für Café Grenzenlos und andere Sozialeinrichtungen. Aktuelle Termine finden Sie jeweils im Veranstaltungskalender auf dieser Site, im Kulturkalender des Main-Echo oder im Programmheft, das in der Gutsschänke ausliegt.

Bei soviel Kunstgenuss kommt das leibliche Wohl der Gäste aber nicht zu kurz. Ländliche, hausgemachte Schmankerl, vom Kochkäs’ bis zum Restaurationsbrot,  riesige Salatportion sowie die Pizza im Sommer zählen u.a. zu den Spezialitäten der Gutsschänke. Auf Bestellung für private Feste bereitet der Wirt auch seine berühmten Haxen zu oder arrangiert ein Buffet ganz nach Geschmack seiner Gäste.

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